EIN BRIEF AUS BAGDAD Auszüge aus einem Brief an ein österreichisches
Ehepaar von ihrer Nichte aus Bagdad. Der Brief liegt uns im Original
vor. In letzter Zeit haben wir viele traurige Dinge
hier erlebt. Eine meiner Freundinnen hat vor 2 Wochen ein Baby bekommen
und ich rief sie an, um zu gratulieren. Sie klang sehr müde, ich
dachte wegen der Geburt, aber ich hatte mich geirrt. Vor 10 Tagen, um
2 Uhr in der Nacht, haben die Amerikaner plötzlich auf ihr Haus
geschossen, sind eingedrungen und haben ihren Vater, ihren Mann und
vier Brüder gefangen genommen. Dann haben sie alles Geld, Gold
und wertvolle Dinge gestohlen und sind gegangen. Es ist ganz schrecklich,
sie weint nur. Nach fünf Tagen wurde ihr Vater, der Mann und der
kleine Bruder wieder entlassen, die anderen drei sind noch immer im
Gefängnis. Niemand weiß warum, die sind eine friedliche Familie,
die mit dem vergangenen Regime nichts zu tun hatte. So etwas passiert
hier auch bei vielen anderen Leuten. am Abend
mit seinem Mädchen ausgegangen ist und nicht mehr zurückkam,
nach zwei Wochen hat man sein Auto gefunden und erfahren, er wurde von
den Amerikanern festgenommen, weil ein Hund gebellt hatte, als er vorbeifuhr.
Das nächste Besuchsdatum ist Juni. Ist das nicht schrecklich?
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KOMMENTARE ZUM ZEITGESCHEHEN – Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP), - Medieninhaber: Ingrid Kraßnig, Alle: 9020 Klagenfurt, Berthold Schwarz Straße 33. Hersteller: Probst-Print, A-2483 Ebreichsdorf HELFEN SIE UNS BITTE BEI DER VERBREITUNG DIESES FLUGBLATTES. Wir senden Ihnen gerne weitere Exemplare sowie Probenummern der KOMMENTARE kostenlos zu. Alle Zuschriften an KOMMENTARE, Postfach 543, 1171 Wien. |
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