Telegramm

# Bush arbeitet nach Ansicht des Soziologen James Petras (Universität Neuyork) weiterhin an der Absetzung des gewählten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Es sei an einen „inneren“ Aufstand in Venezuela - verbunden mit einer Invasion von Kolumbien aus - gedacht, um die US-Intervention zu erleichtern. Washington unterhält in Kolumbien reguläre Truppen unbekannter Stärke und dazu eine Anzahl Söldner (sogenannte „contratistas“). Bush teilte kürzlich dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe seine Absicht mit, die „Truppenstationierung“ in Kolumbien zu erhöhen.

# In der BRD finden 79 % „nicht gut“, daß bei der Einführung einer „Europa-Verfassung“ durch die EU, die Schröder-Regierung keine Volksabstimmung zulassen will. Dabei lautet Artikel 20, Absatz 2, des „Grundgesetzes“ ganz eindeutig: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen ... ausgeübt“. (Nasses Papier, wiedermal?)

# Wieder Aufregung in der BRD: Ein „wegen Volksverhetzung verurteilter Rechtsextremist“ spielte als Komparse beim Film „Der Untergang“ mit. Die FAZ berichtete, die Filmproduktionsfirma Constantin habe dies bestätigt. Die Firma versuchte eine „Entschuldigung“: die Mitwirkung einiger Rechtsextremisten unter den rund 3.000 Komparsen sei nicht zu vermeiden gewesen.

# Fritz Pleitgen (SPD), Intendant der einflußreichen Funk- und Fernsehanstalt ARD, ist mit dem „Kulturpreis Deutscher Freimaurer“ hochgradig geehrt worden.

# Nach einem halben Jahr EU-Erweiterung sind für das österreichische Gewerbe die Träume von Wachstum zerstoben. Dies bestätigt eine Umfrage der „KMU Forschung Austria“ von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das gilt allgemein für ganz Österreich. In Wien sagen 3 Prozent der Befragten, sie hätten ein besseres Ergebnis, 22 Prozent melden Verluste.

# Der französische Verlag Payot hat eine Arbeit von Professor J. Robert Lilly unter dem Titel La face cachée des GI's („Das verborgene Gesicht der GI´s“) veröffentlicht. Darin wird über die Vergewaltigung englischer, französischer und deutscher Frauen durch US-amerikanische Soldaten während des 2. Weltkrieges berichtet.
Gemäß den wiedergegeben Daten dieses nordamerikanischen Historikers, der sich auf kriminalistische Fragen spezialisiert hat, wurden zwischen 1942 und 1945 rund 17.000 Frauen und Kinder von den amerikanischen Invasoren vergewaltigt: 2.420 in England, 3.620 in Frankreich und 11.040 in Deutschland. Nur die Hälfte der bekanntgewordenen Fälle wurden strafrechtlich verfolgt, auffälligerweise waren nicht weniger als 84 Prozent der Bestraften „farbig“. In Frankreich wurden 21 US-Amerikaner wegen solcher Gewalttaten standrechtlich erschossen. In Deutschland gab es Strafen nur für ein Drittel der Täter, aber in keinem Fall ein Todesurteil.
Professor Robert Lilly schreibt wörtlich:
„À l'époque des viols en Allemagne, les soldats noirs bénéficièrent par ailleurs d'une sorte de réhabilitation en raison de leur contribution à l'effort de guerre”
[„Während der Zeit der Vergewaltigungen in Deutschland, hatten die schwarzen Soldaten eine Art Vergünstigung wegen ihres Beitrags zu den Kriegsanstrengungen.“]

Das Buch enthält viele Einzelheiten über Täter und Opfer sowie Angaben über Zerstörungen
und Bestialitäten anderer Art durch die Amerikaner, aber keine Angaben über ihr ähnliches Vorgehen im besetzten Italien, wo sie die freigiebige Unterstützung durch Partisanen genossen haben (und durch die Mafia, mit der sie unmittelbar paktiert hatten und sie als „Alliierte“ behandelten).

Die Berichte des Zeitungsmannes und Zeugen der Invasion Rex North, damals von der Zensur durch die Psychological Warfare Division beschnitten, wurden 2001 in der Nr. 73 des The Journal of Modern History wiedergegeben. Darin heißt es u.a. über die Stimmung der Franzosen nach der Invasion durch angloamerikanische Truppen: „Sechzig Prozent der Bevölkerung verabscheut uns. Das Schlimmste ist, daß jeder zweite [Franzose] die Deutschen lieber hat, so daß es unmöglich ist, zu den Eingeborenen [sic!] Vertrauen aufzubauen.
Ich hatte erwartet, wie alle anderen auch, daß die alliierten Truppen als Befreier empfangen würden, aber jetzt, nach einer Woche hier, fühle ich mich von den Franzosen abgelehnt.
Ich erwartete, eine hungernde und unterdrückte Bevölkerung vorzufinden, die ungeduldig auf unsere Soldaten wartete, tatsächlich aber hat die Hälfte der Franzosen, die ich in der Normandie getroffen habe, gar keine Lust, `befreit´ zu werden.“

# Die lettische Regierung hat am Donnerstag beschlossen, den „Euro“ in ihrem Land offiziell als „Eiro“ einzuführen. Die Regierung von Indulis Emsis setzt sich damit über den Beschluß der EU von Anfang September hinweg, wonach die „europäische Einheitswährung“ in allen Staaten gleich zu lauten habe.
In der lettischen Begründung heißt es, die lettische Sprache, die den Diphthong „eu“ nicht kenne, sei eine offizielle Sprache der EU. Außerdem sei in der lettischen Fassung des Beitrittsvertrages mit der EU schon vom „eiro“ die Rede. Lettland will den Euro bis 2008 einführen. Nicht nur Lettland, auch Litauen, Ungarn und Slowenien möchten eine Anpassung an die eigene Sprache.
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